Ein Derby, das alles hatte – außer dem Happy End fürs Team

Heim
30:28
Gast

Die B1 des Team Stuttgarts lieferte sich am Samstag ein intensives, lange völlig offenes Derby mit dem TV Bittenfeld 1898 2, musste sich am Ende jedoch knapp mit 30:28 geschlagen geben. Die Mannschaft von Yonas Ogbamicael, Rafael Lier und Vincent Brenner zeigte über 50 Minuten großen Einsatz, phasenweise starke Nerven und viel Moral, verpasste in einigen entscheidenden Momenten jedoch die Chance, das Spiel endgültig auf ihre Seite zu ziehen.

Schon die Anfangsphase hatte es in sich: Stuttgart kam gut in die Partie, fand schnell die Tiefe im Angriff und legte durch die Treffer von Zoric, Frech und Baisch mehrfach vor. Auch Torhüter Lasse Dalfert war früh präsent und hielt sein Team mit wichtigen Paraden im Spiel. Doch Bittenfeld antwortete mit wachsenden Spielanteilen und profitierte von einigen überhasteten Stuttgarter Abschlüssen. Die Gastgeber drehten den Rückstand Tor für Tor, und so ging Stuttgart trotz guter Ansätze mit einem knappen 14:13-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel wurde der Schlagabtausch noch intensiver. Beide Mannschaften erzielten in kurzen Abständen ihre Treffer, oft getragen von schnellen Kombinationen und einem hohen Tempo. Besonders Leonard Blum erwischte einen starken Abschnitt und brachte Stuttgart mit mehreren Treffern zurück in die Partie. Auch Samuel Birkle zeigte seine Nervenstärke vom Siebenmeterpunkt und hielt die Gäste immer wieder im Gleichgewicht, während Enric Pena Brossa und Fabian Diekmann wichtige Impulse im Positionsangriff setzten. In der 42. Minute gelang Blum schließlich der viel umjubelte Treffer zur 23:24-Führung – ein Moment, in dem die Partie spürbar zu kippen schien.

Doch Bittenfeld blieb stabil und nutzte einige Stuttgarter Ungenauigkeiten konsequent aus. Zwei Zeitstrafen gegen Stuttgart bremsten den Schwung in einer Phase, in der die Mannschaft eigentlich Oberwasser hatte. Ogbamicael, Lier und Brenner reagierten lautstark von der Seitenlinie, stellten die Abwehrformation um und versuchten, mit klaren Kommandos die Ordnung zu halten. Trotzdem gelang es Bittenfeld, die kurzen Überzahlsituationen in Treffer zu verwandeln und sich wieder leicht abzusetzen.

Beim Stand von 29:27 nahmen die drei Stuttgarter Trainer ihre letzte Auszeit. Die Mannschaft stemmte sich noch einmal mit allem, was sie hatte, gegen die drohende Niederlage. Birkle verkürzte direkt nach Wiederanpfiff auf 29:28, doch Bittenfeld antwortete im Gegenzug und erzielte den finalen Treffer zum 30:28. In den letzten Sekunden gelang es Stuttgart trotz einer engagierten Abwehr und einer weiteren Parade von Dalfert nicht mehr, den Rückstand zu verkürzen.

Am Ende stand eine Niederlage, die dem Aufwand der Gäste nicht gerecht wurde. Stuttgart zeigte eine leidenschaftliche, kämpferische und mutige Leistung, blieb aber in einzelnen Schlüsselmomenten hinter seinen Möglichkeiten – und genau diese Kleinigkeiten entschieden ein Derby, das in beide Richtungen hätte kippen können. Die Handschrift des Trainerteams war deutlich zu erkennen, die taktischen Anpassungen griffen, und die Mannschaft bewies, dass sie mit Willen und Teamgeist Spiele lange offenhalten kann.

Mit dieser Leistung, trotz aller Enttäuschung über das Ergebnis, kann Team Stuttgart selbstbewusst in die kommenden Aufgaben gehen.